Getreide

Wie ist das denn nun? Gehört es zur artgerechten Ernährung oder macht es krank?

Wildkaninchen ernähren sich eher getreidearm. Dabei haben Wildkaninchen einen weitaus höheren Energiebedarf als Hauskaninchen, den sie mit dem hohen Energiegehalt des Getreides gut abdecken könnten.

Die Mengen, die Hauskaninchen teilweise an Getreide bekommen, ist ihrer wilden Verwandschaft fremd. Noch dazu benötigen Hauskaninchen absolut kein Getreide und wie bereits auf unseren anderen Seiten rund um die Ernährung erläutert, kann es zudem krank machen und die empfindliche Darmflora unnötig belasten. Grund hierfür ist ein hoher Anteil an Kohlenhydrate insbesondere an Stärke, die durch Enzyme im Körper in Zucker-Einheiten zerlegt werden muss, bevor sie überhaupt aufgenommen werden kann. Stärke begünstigt den Lebensraum von sogenannten "Hefen". Das sind Pilze, die im einzelnen meist im Darm des Kaninchen vorzufinden sind, sich jedoch sehr rasch ausbreiten können. Durchfall kann die Folge sein. Eine zu energiereiche Ernährung kann zu einer Verfettung führen, die mitunter auch Organschädigungen mit sich bringen kann.

Was gehört eigentlich alles zum Getreide? Was ist davon besonders schädigend?

An erster Stelle sollte hier sicherlich Weizen stehen, auf den mittlerweile viele Menschen mit einer Unverträglichkeit reagieren. Grund hierfür das darin enthaltene Gluten (Klebeeiweiß). Inwiefern es bei Kaninchen eine Glutenunverträglichkeit gibt ist nicht bekannt. Vorsicht ist jedoch besser als Nachsicht.

Hafer und Gerste sind ebenfalls Getreidesorten, ebenso Mais, Hirse, Roggen und Dinkel. Alle Arten besitzen wie auch Weizen sehr viele Kohlenhydrate und einen hohen Energiegehalt und sollten daher tabu sein.

Selbst im Winter benötigen Kaninchen in Außenhaltung nicht unbedingt die Zufütterung mit Getreide. Es gibt so viele energiereiche Gemüsesorten, so dass auf Getreide sehr leicht verzichtet werden kann. Sollte es jedoch wirklich ein Tier geben, was sehr dünn ist und unter Umständen einen höheren Energiebedarf hat, so kann mittels geringer Menge an Haferflocken gepäppelt werden.