Die Entstehung

Die Verlagssuche

Als ich in 2008 das "Kleines Handbuch zum Langohrtraumzuhause" schrieb, fand sich leider kein einziger Verlag, der an der professionellen Ablichtung Interesse hatte. Die meisten Verlage teilten mir freundlich mit, sie hätten bereits Autoren unter Vertrag oder aber an einem neuen Kaninchenbuch kein Interesse, schließlich hätten sie ja schon eines im Angebot. Somit gab ich mein Vorhaben erst einmal auf und veröffentlichte das Handbuch selbst, mithilfe von Eigendruck. Doch in mir blieb der Wunsch, meine Erfahrungen über Kaninchen irgendwann doch noch professionell herausgeben zu können.

Als ich Anfang 2010 dann, nach Veröffentlichung meines Therapiebuches ohne Buchprojekt darstand, begann ich noch einmal einen Verlag zu suchen, der das Langohrtraumzuhause veröffentlichen wollte. Zuerst bekam ich wieder eine Absage... Doch dann: 

Am 16. Januar 2010 sandte ich in eine ziemlich formlose Email an den CADMOS-Verlag. Ich erzählte minimal etwas über mich, stellte meine bunny-in Seite kurz vor und meine Praxis-Homepage und fragte an, ob sie nicht ihr Kaninchenbuch überarbeitet herausbringen möchten. Kurzum: Ich bot mich als Autor dafür an. Zwei Tage später erhielt ich eine Antwort, die mich vom Stuhl warf. Die damalige Programmplanerin teilte mir mit, dass sie diesen Vorschlag in der nächsten Programmkonferenz mit einbringen würde. Sie würde sich melden. In der 1. Februarwoche erhielt ich dann einen Anruf. Der Verlag teilte mir mit, sie würden sehr gerne das Buch mit mir herausgeben. Ich war sprachlos. Mein Traum hatte sich erfüllt - ich konnte meine Gedanken zum Langohrtraumzuhause endlich professionell veröffentlichen.

Die Schreibarbeiten

Der Verlag bat mich mitzuteilen, was ich alles plane ins Buch einzubringen. Es sollte eine Art Gliederung sein, mit den Themen, die das Buch besitzen sollte. Gleichzeitig besprachen wir, wann das Buch herauskommen sollte. Es stand das Frühjahr 2011 zur Debatte, sowie Herbst 2011. Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch. Bis Herbst 2011 wollte ich keineswegs warten. Zudem ist das Frühjahr für ein solches Buch wesentlich sinnvoller, da Ostern vor der Tür steht und viele Menschen Kaninchen "kaufen". Allerdings bedeutete das auch, dass bei Erscheinung im Frühjahr 2011 mein fertiges Manuskript bis Mitte Juni 2010 dem Verlag vorgelegt werden müsste. Ich hatte somit knapp 4 Monate Zeit zum Schreiben. Gut! Nicht viel, aber genug Zeit für mich...

Ich begann also mit dem Schreiben und mit dem Recherchieren. So viel ich von Hauskaninchen weiß, über Feldhasen und Wildkaninchen hatte ich nur Basics. Doch das Buch sollte auch ein wenig über diese beiden Wildtiere enthalten. Ich besorgte mir Literatur und eine DVD, wälzte das Fernsehprogramm und saugte alles in mich auf. Ich machte mir Notizen und begann dann daraus Texte zu schreiben. Als das soweit stand griff ich zum Langohrtraumzuhause. Das Büchlein war mittlerweile 2 Jahre alt und musste zwingend überarbeitet werden. Die Texte konnte ich unmöglich so verwenden, zudem fand ich in den Schreibstil nicht mehr wirklich hinein. Also begann ich neue Texte zu entwerfen. 

Je näher der Abgabetermin rückte, umso größer wurde meine Schreibblockade. Es war Ende Mai und ich war irgendwie innerlich leer. Da war kein Buchstabe mehr, aber noch einiges an Texten, die offen waren. Und bereits jetzt war ich über die vorgegebene Anzahl an Zeichen hinausgeschossen. Der Verlag hatte mir vorgegeben mindestens 120.000 Zeichen inklusive Leerzeichen zu schreiben. Ich lag 14.000 drüber. Meine Ansprechpartnerin beruhigte mich, das könne man kürzen oder aber man würde entsprechend weniger Fotos nehmen.

Lektorat und Fotoauswahl

Eine Woche vor Abgabetermin legte ich mein fertiges Manuskript dem Verlag vor. 4 Wochen später erhielt ich von meiner Lektorin Maren Müller eine Antwort. Sie hatte das Manuskript überarbeitet und mir mit ihren Einarbeitungen via email zugesandt. Sie beruhigte mich, dass sicherlich die Roteintragungen schlimm aussehen würden. Allerdings wären es erfahrungsgemäß relativ wenig Eintragungen, worüber ich mich sehr freuen könne. Ich öffnete die Datei und fragte mich, was daran "relativ wenig" sei. Erst viel später in einem Telefonat erläuterte mir Frau Müller, dass sie auch schon Manuskripte vorgelegt bekommen habe, bei dem sie eigentlich das ganze Buch neu schreiben durfte. Von dem Aspekt her konnte ich wirklich stolz auf meine Arbeit sein. Also begann ich den Text mit ihren Anregungen zu überarbeiten. Man stellt sich das relativ leicht vor, doch es kostet doch einiges an Zeit. Natürlich war ich nicht mit allen Änderungswünschen einverstanden. Diskussionen entstanden und wir fanden zum Glück bei allem eine Einigung, die positiv für alle Beteiligten war.

Parallel musste ich die Fotos für das Buch auswählen. Natürlich wollte ich meine Tiere im Buch sehen und begann mich mit meiner Kompaktkamera auf die Lauer zu legen. Weiterhin bat ich zwei befreundete Hobby-Fotografen um Hilfe. Sven Hümpel besuchte mich an einem Tag und wir versuchten meine Kaninchen und mich in Szene zu setzen. Patrick Vogel lichtete währenddessen die Kaninchen von ihm und seiner Frau Alenka Hornung ab, mit gewissen Fotowünschen, die ich ihm gab. Als dann immernoch Fotos fehlten, besuchten Patrick und Alenka mich und wir hielten ein weiteres Shooting in unserem Garten, mit meinen Tieren ab.

Kaninchen ablichten ist wirklich nicht so einfach, selbst wenn man - wie Sven und Patrick - professionelle, digitale Spiegelreflex-Kameras mit hochwertigen Objektiven besitzt. Ständig sind die Hoppler in Bewegung und sei es nur, dass das Näschen lustig wackelt. 

Am Ende hatten wir immens viele Fotos im Kasten und die Qual der Wahl fiel verdammt schwer. Neben den Fotos aus meinem Archiv, denen von Sven und Patrick sowie aus verschiedenen Fotoagenturen, bekamen zwei liebe Bekannte noch die Chance ihre Tiere vorzuschlagen. Zum einen Diana von Droste, deren "Susi und Strolch" Bild einfach zu süß ist. Zum anderen Kaninchen Süße, das Schiefkopfkaninchen von Inga Klaedtke, deren Leben ich über das Kaninchenforum lange mitverfolgt habe, bis sie irgendwann über die Regenbogenbrücke hoppelte.

Terminverschiebung

Am 3. August trudelte ein Brief des Verlags ein. Das Projekt wurde verschoben - mein Buch würde vorerst nicht im Frühjahr 2011 erscheinen. Ich war fassungslos und konnte es nicht nachvollziehen. Ich hatte die Termine gehalten und nun diese Verschiebung. Meine Lektorin tröstete mich. Natürlich hatten wir nun noch mehr Zeit am Buch zu arbeiten, die Texte auszubessern und Fotos zu machen, aber für einen ungeduldigen Menschen wie mich, ist weiteres Warten nicht wirklich angenehm. Es half nichts, ich biss in den sauren Apfel und nutzte die mir nun geschenkte Zeit.

Das Titelbild

Anfang 2011 begaben wir uns auf die Suche nach dem Cover. Der Verlag teilte mir mit, dass vsl. Ende des 1. Quartals 2011 das Titelbild stehen müsse, damit sie es im Herbstprogramm mit einbauen könnten. Ich wollte unbedingt zwei Kaninchen. Schließlich soll man sie ja nicht alleine halten. Und ich wollte keine süßen, putzigen Jungtiere haben. Schließlich möchte ich nicht das Bild vermitteln, dass man zwangsläufig jene "kaufen" soll. Allerdings war es gar nicht so leicht meinen Ansprüchen zu genügen. Die meisten Bilder in den Agenturen waren entweder jung, süß, putzig oder aber es war nur ein Tier zu sehen. Frustriert gab ich irgendwann auf, nachdem ich mehrere Tiere gefunden hatte, aber irgendwie keines von denen wirklich "mein" Coverbild war.

Frau Müller informierte mich dann, dass eine der Fotografinnen sowieso nochmal Kaninchen zum Shooting hätte und sich ans Coverfoto begeben wollte. Das Ergebnis wurde mir gezeigt und die Wahl fiel dann auf das jetzige Coverfoto.

Das Endlayout

Parallel zum Cover entstand das Endlayout. Die Grafiker verarbeiteten meine Texte und die Fotos. Am 04. Mai 2011 erhielt ich die   vom Verlag angekündigte Post. Darin im farbigen Ausdruck mein Buch zum Querlesen, Prüfen und ggf. Überarbeiten. Das Cover kannte ich ja schon, doch vom Design des Inhalts hatte ich keine Ahnung. Ich hatte ja mit allem gerechnet aber nicht damit. Es gefiel mir ausgesprochen gut. Nun lag es an mir alles nochmal zu lesen, die Fotos nochmal zu prüfen und dann das Buch "freizugeben", damit es in den Druck gehen konnte. Ich begann erst einmal das Buch leise zu lesen, prüfte die Texte mit dem von mir in Word-Form abgegebenen Manuskript. Ich kontrollierte die Fotografien und ob es nicht bessere, sinnvollere Fotos ins Buch schaffen sollten. Anschließend las ich das Buch noch einmal laut vor, da beim laut Vorlesen doch der ein oder andere Rechtschreibfehler eher auffällt. Zeitgleich prüfte meine Lektorin mit einer weiteren Korrekturleserin den Inhalt.
Sämtliche Punkte notierte ich und legte sie der Lektorin vor. Inwiefern sie ins Buch alle aufgenommen werden konnten, erfahre ich erst dann, wenn es das Buch im Handel gibt. Denn die Zeit zwischen Einarbeitung, Prüfung und Freigabe ist sehr knapp. Die Layouter brauchen nun sehr schnell eine Reaktion, so dass der Autor nicht mehr gefragt werden kann, ob nun in der 2. Durchsicht alles passt. Allerdings schafft meine Lektorin Frau Müller das sicher auch ganz wunderbar ohne mich.

Die öffentliche Ankündigung

Ich bin immer davon ausgegangen, dass mein Buch im Herbst 2011 erscheint, was für mich so viel wie September bedeutete. Doch dann sagte mir meine Lektorin, dass mein Buch bereits auf der CADMOS-Seite eingestellt sei. Neugierig klickte ich auf die Neuheiten und tatsächlich...!  Wenige Tage später fand ich mich auch bei Amazon und in weiteren Online-Buchläden. Im Laufe des Augusts soll es in den Buchläden stehen. 

Resümee

Es war eine spannende Sache für einen Verlag tätig zu sein. Es hat Spaß gemacht, war jedoch manchmal auch nervenaufreibend. Bislang war ich in allen Punkten immer der Alleinentscheider. Ich habe Text und Layout sowie Cover ganz alleine festgelegt, mir diesbezüglich höchsten Tipps und Meinungen von Kaninchenfreunden eingeholt bzw. für mein Therapiebuch das Cover in Auftrag gegeben. Wenn man jedoch für einen Verlag schreibt, so gibt es viele Vorgaben, an die man sich halten muss. Das fängt mit Zeichen an, geht über Termine zur Abgabe bis hin zur Besprechung des Fotomaterials.

Ich hatte unheimliches Glück eine sehr liebe Lektorin zu haben, die mich wunderbar begleitet hat - herzlichen Dank an dieser Stelle.

Ich persönlich verstehe nun wesentlich besser, was alles dahintersteckt ein solches Projekt in den Handel zu bringen. Mit dem CADMOS-Verlag hatte ich Glück, dass ich nicht nur die Texte machen sollte, sondern auch bei den Fotos mitberaten durfte. Während andere Bücher sicherlich noch tollere Hochglanzaufnahmen bieten, war es mir persönlich wichtig das Kaninchen so zu zeigen, wie es nunmal bei vielen Haltern lebt. Es sollten Fotos aus dem Kaninchenleben sein und keine gekünstelten Welten, die zwar für ein hübsches Foto sorgen, aber nicht das Leben der Tiere zeigen.

Danke an dieser Stelle an die Fotografen: Patrick Vogel, Sven Hümpel, Diana von Droste und Inga Klaedtke. 
Und Danke an meine und die Models meiner Fotografen: Amy, Bino, Felix, Fussel, Gomez, Gonzo, Leni, Marie, Maxi, Niko, Süße, Suzy, Zoora