Kaninchenaufzucht

Viele Halter sorgen sich, dass die Mutter ihre Jungen scheinbar nicht versorgt. Aber dies täuscht meist: In freier Natur wird der Nachwuchs nämlich nur einmal am Tag gesäugt und nicht viel anders verhält es sich bei Hauskaninchen. Zudem geschieht dies meist nachts, wenn der Halter schläft und die Häsin ihre Ruhe hat. Als Halter muss man sehr wachsam sein und den Nachwuchs genau beobachten und kontrollieren. Wenn die Babys schön sauber geleckt sind und pralle Bäuche haben, dann kommt die Kaninchenmama ihren Pflichten nach. Macht der Nachwuchs aber einen eher ungepflegten Eindruck und die Bäuche sind faltig, dann muss der Besitzer handeln. Bevor man aber nun anfängt die Kleinen per Hand aufzuziehen, sollte man versuchen, die Kleinen der Mutter immer wieder anzulegen. 

Handaufzucht

Komplikationen sind bei Kaninchenträchtigkeiten bzw. bei der Geburt und Aufzucht keine Seltenheit. Verstirbt die Mutter oder sie nimmt den Nachwuchs nicht an, muss der Halter die Versorgung übernehmen. Dies ist allerdings nicht einfach und erfordert eine Menge Geduld und Zeit! Um Infektionen zu vermeiden, muss der Halter vor jeder Fütterung die Hände waschen.

 

Als Ersatz für die nährstoffreiche Kaninchenmilch benötigt man Katzenaufzuchtmilch, wie z. B. Cimi Lac, welches man beim Tierarzt erhält. Auf keinen Fall darf man ihnen Kuh-, Katzen- oder Säuglingsmilch geben! Auch wenn Kaninchenmütter ihren Nachwuchs nur einmal am Tag säugen, so verhält es sich bei einer Handaufzucht ganz anders. Da sich die Katzenaufzuchtsmilch von der Kaninchenmilch von den Inhaltsstoffen her unterscheidet und die Jungen bei einer normalen Versorgung durch die Mutter mehr Milch aufnehmen würden, ist bei der Handaufzucht eine 4 bis 6 malige Fütterung pro Tag notwendig. Die Milch muss eine Temperatur von 36 - 38 Grad Celsius vorweisen, denn kalte Milch kann beim Nachwuchs zu schweren Verdauungsproblemen (Koliken) führen. Sie wird im Verhältnis von 1:2 angerührt, also einen Teil Aufzuchtmilch vermengt mit zwei Teilen verdünntem Fenchel- oder Kamillentee. Zur Verabreichung eignet sich am besten eine Einwegspritze (ohne Nadel, aber dafür z. B. auch mit Gummisauger), da damit gut dosiert werden kann oder auch eine Aufzuchtflasche. Man sollte versuchen bei jeder Gabe mindestens 1 ml in das Tier zu bekommen - aber ohne Zwang! Möchte es weniger trinken, versucht man es später nochmal. Möchte es mehr trinken, umso besser. Aber hierbei ist Ruhe und Geduld gefordert! Meist dauert es, bis die Kleinen sich an die Spritze gewöhnen.

 

Achtung! Es darf keine Milch in die Nase oder Lunge gelangen (Erstickungsgefahr!).

 

Um die Gewichtszunahme zu kontrollieren sind Aufzeichnungen sinnvoll, in die man das Datum, die Uhrzeit und das Gewicht einträgt.

 

Nach jeder Mahlzeit müssen die Bäuche der Kleinen massiert und Kot bzw. Urin entfernt werden. Sanft über den Bauch in Richtung Popo streichen regt die Verdauung an und soll Koliken verhindern. Sollte es aber doch noch zu Blähungen kommen, so kann man dem betroffenen Tier - zusätzlich zu längeren Bauchmassagen - alle 2 Stunden 1ml Sab Simplex geben. Tritt keine Besserung ein, muss unbedingt ein Tierarzt konsultiert werden.

 

Wenn die Mutter nach der Geburt verstirbt und nur wenige Junge geboren wurden, ist das Aufstellen einer Wärmelampe zu empfehlen. Da die wenigsten eine „Tierstallleuchte“ zu Hause haben, kann auf eine handelsübliche Rotlichtlampe zurückgegriffen werden. Allerdings ist hier zu beachten, dass diese in einem Abstand von mindestens 2 m vom Käfig entfernt steht und der Nachwuchs immer nur 10 Minuten bestrahlt wird. Um Hitzestau zu vermeiden, sollte auch nur eine Seite des Käfigs bestrahlt werden. 

 

Wichtige Links

Aufzucht von Kaninchenbabies - Information der Bunnyhilfe

Aufzucht von Kaninchen Murmeldownloads: 1863 | type: pdf | size: 511 kB
Einkaufsliste Handaufzuchtdownloads: 1630 | type: pdf | size: 80 kB
Aufzucht von Wildkaninchen downloads: 2648 | type: pdf | size: 763 kB