Anatomie

Grob dargestellt das "Innenleben" beim Kaninchen:
Über die Luftröhre (Blau) gelangt Luft in die Lunge. Das Herz ist deutlich zu erkennen (Rot). Nahe des Magens (Orange) befindet sich die Leber (in Lila dargestellt). Über die Speiseröhre (auch Orange) gelangt die Nahrung in den Magen. Von dort aus wird sie über Zwölffingerdarm und Leerdarm in den Dünndarm geleitet, bevor sie dann über den Krummdarm (alle diese Darmbereiche in Gelb dargestellt) entweder in den Blinddarm zur Weiterverwertung in Blinddarmkot erst einmal "umgeleitet" wird oder aber direkt über den Grimmdarm zur Ausscheidung über den After gelangt (diese Darmbereiche in Hellbraun).  

Aufmerksame Betrachter haben bereits bemerkt, dass auf dem vorangegangenen Bild zwei wichtige Organe fehlen: Die beiden Nieren mit den zur Blase führenden Harnleitern, sowie der von der Blase wegführenden Harnröhre, über die der Urin ausgeschieden wird. Diese Skizze ist grob angefertigt, um einen kleinen Anhaltspunkt zu geben. 

Die Ohren von Kaninchen sind besonders empfindlich. Mit ihnen nehmen die Tiere selbst leiseste Geräusche wahr. Der Hörsinn ist für Kaninchen überlebenswichtig. Widderkaninchen sind bedingt durch die Schlappohren in der Geräuschaufnahme etwas eingeschränkt.

Im Ohr sehr schön zu erkennen die Arterie A.auricularis (Ohrschlagader).

Kaninchen haben mit ihren Augen einen hervorragenden Rundumblick (fast 360°), sehen ansonsten jedoch eher eingeschränkt. Was weit entfernt ist und sich bewegt, sehen sie recht gut. Außerdem sehen sie in der Dämmerung besser, als tagsüber, da helles Licht die Sehkraft beeinträchtigen kann.  

Auf diesem Foto abgebildet ein Albino mit rötlichen Augen. Die Iris kann bei Kaninchen jedoch auch blau oder braun sein.

 

Als gewissen Schutz für die Augen besitzen Kaninchen Wimpern am Augenlid. Weiterhin befinden sich auf beiden Seiten der Augen längere Tasthaare.
 

 

Die Nasenflügel des Kaninchens sind fast permanent in Bewegung, denn mit der Nase atmen die Tiere überwiegend. Atmung mit dem Maul kommt kaum bis gar nicht vor. Wenn ein Kaninchen primär mit dem Maul atmet, ist etwas nicht in Ordnung. Mit dem Geruchssinn finden Kaninchen nicht nur Leckereien, sondern nutzen ihn auch im Sozial- und Sexualverhalten. Sie können Gerüche unterscheiden und erkennen damit auch Artfremdes.

Direkt unterhalb des Näschens liegt das Maul.

 

Seitlich der Nase liegen weitere Tasthaare in unterschiedlicher Länge, ebenso am Kinn. Diese sind für Kaninchen wichtig, da sie als Maßband dienen, ob sie zum Beispiel in einen Durchgang passen oder nicht. Sie dürfen keinesfalls gekürzt/beschnitten werden.

 

Wenn man von oben aufs Kaninchen blickt, sieht man den Verlauf der Tasthaare oberhalb der Augen und rund ums Näschen besonders gut und kann dann auch nachvollziehen, wie Kaninchen "ausmessen", ob sie durch etwas hindurch passen.

 

Im Maul befinden sich 28 Zähne, doch sichtbar sind lediglich vier Stück und das sind die sogenannten Schneidezähne. Diese sollten nahezu gerade aufeinander treffen. Bei gesunden Tieren greifen die oberen knapp über die unteren, so dass sie wie eine Schere Nahrung "schneiden" können. Kaninchen haben in jeder Kieferhälfte im Oberkiefer 2 Inzisivi, 3 Prämolare und 3 Molare und im Unterkiefer 1 Inzisivus, 2 Prämolare, 3 Molare. Das ergibt 28 Zähne insgesamt. Mit jeder Nahrungsaufnahme und Kieferbewegung werden die stets nachwachsenden Zähne gekürzt.

 

Auch wenn man von den Zähnchen im Maul selbst nur einen Bruchteil sieht, diese sind ganz schön lang, wie das Foto zeigt. Darauf abgebildet ein gezogener unterer Schneidezahn inklusive Wurzel.

 

Mit ihrer Zunge schmecken Kaninchen nicht nur süß und sauer, salzig und bitter, sie nutzen diese auch zur Fellpflege von sich oder den Partnertieren und zur Pflege des Sozialverhaltens.

 

Weibliche Kaninchen besitzen unterhalb des Kinns eine mehr oder weniger stark ausgeprägte sogenannte Wamme. Das ist eine herabhängende Hautfalte mit sehr viel Fettgewebe. Die Wamme unseres Fotomodells ist relativ stark.

 

Das Fell der Kaninchen ist sehr dicht und bei gesunden Tieren weich und glänzend. Es kann unterschiedlich lang sein (je nach Rasse bzw. Elterntiere) und unterschiedliche Farben besitzen. Kaninchen wechseln ihr Haarkleid mehrmals jährlich, mindestens jedoch zweimal: 1 x im Frühling und 1 x im Herbst. 

 

Kaninchen hoppeln auf vier Pfoten durchs Leben, die an muskulösen Läufen sitzen. Zwei befinden sich vorne (Vorderläufe) und zwei hinten (Hinterläufe). Diese werden jedoch auch zur Fellpflege und zum Austausch mit Artgenossen genutzt.

 

Hier sieht man, wie das sich Kaninchen vorsichtig auf glattem Boden (Fliesen) fortbewegt. Selbst das Schwänzchen wird beim Hoppeln genutzt und in unterschiedliche Stellungen gebracht. 

 

Kaninchen können in einem Affenzahn toben, davonrasen, Haken schlagen und sehr hoch springen (Foto). Allerdings besitzen sie wenig Ausdauer.

 

An allen Pfoten befinden sich Krallen, die je nach Haltungsform unbedingt regelmäßig gekürzt werden müssen, damit es nicht zu Anomalien der Zehen /Pfoten kommt. Da sich in den Krallen Blutgefäße befinden, muss man beim Kürzen sehr vorsichtig sein, um diese nicht zu treffen.

 

Zwischen den Hinterläufen befindet sich versteckt im Fell das Geschlechtsteil. Auf diesem Bild ist ein männliches Glied zu sehen. Seitlich davon die sogenannten Geschlechtsecken, die ein harzähnliches und stark riechendes Sekret bilden.

 

Bei einem unkastrierten Rammler könnte man, sofern er sie nicht in die Bauchhöhle eingezogen hat, noch die seitlich vom Geschlechtsteil liegenden Hoden sehen, wie auf diesem Foto.  

 

Auf diesem Foto gut zu sehen die schlitzhafte Form des weiblichen Kaninchengeschlechts. Ebenso seitlich davon die Geschlechtsecken, die sehr sauber sind.

Der Schwanz des Kaninchens wird oft als Puschelschwänzchen bezeichnet. Korrekt ist jedoch der Ausdruck Blume. Ruht das Kaninchen, so wie auf dem Foto, lässt es die Blume gerne hängen. 

Im Sitzen befindet sich die Blume auch meistens in einer nicht angespannten Position. Geht es jedoch zugange, muss das Kaninchen seinen Rang klären, kann die Blume sehr angespannt sein. Im Sexualverhalten kann mit ihr auch "gewackelt" werden.

Unterhalb des Schwänzchens befindet sich neben dem After und dem jeweiligen Geschlechtsteil auch die Harnröhre, sprich der Blasenausgang. Zum Urinieren heben die Kaninchen das Schwänzchen.