Kaninchenkrankheiten A-Z

Exophthalmus

» zurück zu Kaninchenkrankheiten A-Z

bunny-in Tipp

  • Sofort zum Tierarzt/Nottierarzt - keine Zeit verlieren!

 


Exophthalmus (hervortreten des Augapfels)

Wenn beim Kaninchen ein Augapfel hervortritt, liegt das fast immer an einem Abszess. Aufgrund von Zahnentzündungen am Oberkiefer sammelt sich hinter dem Auge Eiter an, der das Auge nach außen drückt. Je mehr das Auge hervorgetreten ist, desto schlechter lässt sich das Auge schließen – dies führt meist zu Augenausfluss und zu einer Trübung, da das Auge nicht ausreichend befeuchtet wird.

Sind hingegen beide Augen betroffen, ist dies in einer Blutdruckerhöhung begründet. Dadurch schwellen die Gefäße hinter dem Auge derart an, dass das Auge aus seiner Höhle gedrückt wird. Auslöser für den erhöhten Blutdruck sind Stress sowie Tumore im Brustkorb (insbesondere sogenannte Thymome).

Therapie bei einseitigem Exophthalmus
Bei der tierärztlichen Untersuchung sind zunächst die Zähne im Oberkiefer zu untersuchen. Desweiteren ist eine Röntgenaufnahme des Kopfes in zwei Ebenen unerlässlich. Nur so kann das ganze Ausmaß des Schadens ermittelt werden.
Zur Behandlung der Krankheit ist die Entfernung des betroffenen Auges inklusive Tränendrüsen, des Abszesses sowie der betroffenen Zähne notwendig. Anschließend sind regelmäßige Spülungen der Wundhöhle notwendig, so lange, bis die Wunde verschlossen ist. Um den bestmöglichen Behandlungserfolg zu erzielen, ist es ratsam, den Eiter mikrobiologisch untersuchen zu lassen. Auf diese Weise lässt sich eine gezieltere antibiotische Behandlung durchführen, die über mehrere Wochen erfolgt.

Therapie bei beidseitigem Exophthalmus
Ein ACE-Hemmer kann den Blutdruck oft ausreichend senken. Um herauszufinden, ob ein Thymom vorliegt, muss der Brustkorb geröntgt werden. Treten aufgrund des Thymoms bereits Atembeschwerden auf, wäre die Prognose für das Kaninchen schlecht.

 

Foto von Kaninchen Happy mit einseitigem hervorgetretenem Augapfel:

 

» zurück