bunny-in stellt vor... Archiv

Juli 2010

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Eher zufällig wurde bunny-in Sonja auf unseren diesmonatigen Interviewpartner aufmerksam. Nämlich über eine Verlinkung auf der Seite der Nager-Info. Dort fand sich die Website von Christina und Adrian, die eine wunderschön, aufgemachte Website (www.kaninchen-halten.de) über ihre Haltung erstellt haben: 

Erzählt doch mal: Wie und wann seid Ihr auf "Hasen" gekommen?
Ich persönlich halte schon seit meiner Kindheit Kaninchen. Seitdem ich immer beim Bauern aus der Nachbarschaft die Stallhasen in ihren winzigen Ställen gesehen habe und einfach zum Kuscheln herausgeholt habe, wollte ich eigene haben. Natürlich war ich mir der Zeit gar nicht bewusst, wie schlecht es diesen Stallhäschen beim Bauern ging. Ohne Auslauf, im Holzverschlag und natürlich in Einzelhaltung. Also fragte ich den Bauern wo man Häschen her bekommt und er schickte mich natürlich zu einem Bauernmarkt. Zumindest hatte ich immer Kaninchen :-) das nahm auch nie ein Ende. Eins starb.... ein neues Häschen musste her, damit das andere nicht alleine war. Bis ich irgendwann keins mehr hatte.

Habt Ihr von Anfang an gleich alles richtig gemacht mit den Langohren oder gabs auch Anfängerfehler?
Natürlich :) ich war damals noch viel zu jung. Jedenfalls bekamen meine Häschen immer Auslauf im Garten. Sie konnten Gras mümmeln und natürlich den ganzen Garten umgraben. Von richtiger Ernährung, Vergesellschaftung und Bedürfnissen etc. hatte ich leider keine Ahnung. Daher sind diese Tiere definitiv nichts für Kinder oder Jugendliche, die einfach nur ein Haustier besitzen wollen. Diese Tiere nehmen mehr Zeit und Kraft in Anspruch als unser Hund :) Man muss diese Wackelnasen versuchen zu verstehen und deren Leben so artgerecht wie möglich gestalten, sonst sind sie unglücklich. Meiner Meinung nach sind Kaninchen so unglaublich komplizierte Wesen und jeden Tag lerne ich dazu und mache neue Erfahrungen mit ihnen.

Wie kam es, dass ein Renter-Kaninchenpaar bei Euch eingezogen ist?
Als ich und Adrian nach Solingen zusammenzogen, wollte ich umbedingt wieder Plüschnasen haben.
Also zogen wir los und holten uns Frederick und Frida aus dem Tierheim. Frida war zu dem Zeitpunkt noch recht jung und ihre Pubertät stand noch bevor. Dann wussten wir aus dem Verwandtenkreis von den zwei alten Hasen. Wir durften diese zwei aus der schlechten Haltung retten und bei uns aufnehmen. Jedoch hatten wir nicht wirklich Platz für 4 Kaninchen, besonders für 2 Paare die so unterschiedlich sind. Wir versuchten trotzdem einen Weg zu finden, beide Paare zu vergesellschaften. Ein Versuch war es wert.

Ein Zimmer wurde frei und das war die Gelegenheit dort ein Kaninchenzimmer einzurichten. Ich holte mir seelischen Beistand bei Christine Wilde, welcher auch schwer nötig war. Nach ungefähr 10-14 Tagen waren unsere vier Häschen dicke Freunde. Sie verhielten sich wie Großeltern und deren zwei Enkel. Die Kleinen tobten sich aus und die Alten waren dann zum Schmusen und Verwöhnen da. Abends lagen sie alle vier immer an der selben Stelle, zusammengeknüpft wie ein Flickenteppich.

Frida kam irgendwann in die Pubertät und wurde unausstehlich. Leider auch für die schwachen Nerven der Alten. Sie wurden nur noch terrorisiert, so dass nun doch das Gehege geteilt werden musste. Kurze Zeit später verstarb Hase an Enzephalitozoonose. Hasi war allein. Keine zwei Wochen später musste Hasi nach vielen Jahren ein zweites mal an ihren Beinchen operiert werden, welches sie sich sechs Jahre zuvor gebrochen hatte. Nach der OP bekam sie striktes Hoppelverbot vom Arzt. In der Zeit wurde sie auch noch Scheinschwanger. Wegen ihrer extremen Aggressivität von der Scheinschwangerschaft, scheitere die erste Vergesellschaftung mit einem ganz lieben schüchternen Böckchen. Zumindest war Hasis zweite Vergesellschaftung erfolgreich. Es sieht so aus als hätte sie einen zweiten Mann gefunden.

Wie reagieren Besucher, die keine Kaninchen haben auf Euer Kaninchenzimmer?
Sie sagen meistens: "Mensch, haben es eure Häschen aber gut!" Dann erzählen sie meist von Bekannten, die nur ein Häschen im kleinen Käfig halten.

Eine gute Freundin hat übers Wochenende auf unsere Kaninchen aufgepasst. Wir haben ihr erklärt, was sie zu tun hat. Sie hatte ihrer Arbeitskollegin erzählt, wie gut es den Tieren geht und sich freut, für sie zu sorgen.
Diese Arbeitskollegin hat nämlich auch ein Kaninchen, welches alleine im Käfig lebt, am Tag eine Hand voll Trockenfutter, Drops und Knabberstangen bekommt. Diese Frau hatte kein Verständnis für unser angeblich übertriebenes Verhalten, sagt jedoch, "ich glaube schon das mein Kaninchen unglücklich ist, aber ich habe wichtigeres zu tun. Aber ein zweites hole ich mir nicht und abgeben tue ich es schon gar nicht." Was ist das für eine Tierliebe? Da stimmt doch was nicht.

Eure Website ist wunderschön geworden. Was möchtet Ihr damit bezwecken?
Vielen Dank für das Kompliment :-) Sie war eigentlich ein Schnellschuss auf Christines Wunsch, einen Erfahrungsbericht zu schreiben und ein paar Bilder zu verlinken. Unser größter Wunsch ist es natürlich, Kaninchenhalter aufzuklären und die Augen zu öffnen. Ich wünschte, man könnte jeden umstimmen, aber natürlich ist das nicht möglich.

Ist eine Erweiterung Eurer Website geplant? Der Domain-Titel lässt ja darauf schließen.
Die Domain war ursprünglich dafür vorgesehen, eine informative und ansprechende Webseite über Langohren zu machen.

Habt Ihr schon Anfragen zu Eurem Gehege/Kaninchenzimmer von Leuten erhalten, die es euch gleichtun wollen und noch Fragen zum Bau haben?
Leider noch nicht. Zumindest nicht Ernst gemeinte. Aus dem Verwandtenkreis kam zwar mal die Frage auf, aber wie das so ist, das Interesse ist natürlich nie da gewesen. Also müssen deren Kaninchen weiterhin ein Leben, entweder alleine oder im konventionellen Käfig mit Kanbberstangen absitzen.

 

bunny-in sagt ganz lieben Dank für das Interview und wünscht Euch und Euren Plänen viel Erfolg und für die Kaninchenbande alles Gute.

 

Banner und Fotos wurden uns von Christina für dieses Interview zur Verfügung gestellt - vielen Dank! 

 

 

 

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