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Lungenentzündung (Pneumonie)

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Lungenentzündung (Pneumonie)

Eine Lungenentzündung (auch Pneumonie genannt) entsteht bei einem Kaninchen oft unter anderem auf Grund eines gar nicht oder unzureichend behandelten Schnupfens. Ebenso können ein schwaches Immunsystem, Stress, große Temperaturschwankungen (setzt man z. B. ein Kaninchen aus Innenhaltung zu früh nach Draußen) und Zugluft der Auslöser sein. Auch die Ansteckung über einen Artgenossen, andere Tiere oder durch uns Menschen ist möglich. Bei sämtlichen Arten von Infektionen ist deshalb eine penible Hygiene unerlässlich. 

Auch andere Erkrankungen können zu einer Lungenentzündung führen. Nachfolgend eine Aufzählung:

die Ornithose:
Sie ist eine meldepflichtige Krankheit. Übertragen wird sie in der Regel von Vögeln. Die von Papageien übertragene Form nennt man auch "Papageienkrankheit". Aller Wahrscheinlichkeit nach führen die Erreger erst sekundär über die Blutbahn zur Lungenentzündung. 

die Chlamydiose:
Eine durch Chlamydien (Bakterienart) hervorgerufene Lungenentzündung.

die Tularämie:
Die Erreger (aus der Reihe der Pasteurellen) werden durch Parasiten wie Mücken, Zecken, Milben, Flöhe, Wanzen und Läuse auf die Nager übertragen und haben sich innerhalb von maximal drei Tagen über das Blut ausgebreitet, wo sie dann zur Lungenentzündung führen. Ebenso kann sich ein Tier durch infiziertes Heu anstecken.

das sogenannte SARS-Virus (SARS = Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom):
Hierbei erfolgt die Ansteckung durch sogenannte Tröpfchen- oder Kontaktinfektion.

durch Rotz:
Sie ist eine bakterielle Infekionskrankheit, die primär bei Pferden auftritt. Durch Körperausscheidungen über die Haut und Schleimhäute können sich andere Tiere infizieren. 

die Canine idiopathische Lungenfibrose:
Sie tritt ohne erkennbare Ursache auf, insbesondere bei Terrierrassen.

durch das Q-Fieber:
Dieses Entsteht durch ein Bakterium, das hauptsächlich bei Schafen vorkommt. Durch Staub, Heu oder Wolle können dann auch andere Tiere infiziert werden.

Eine weitere Ursache, die zu einer Lungenentzündung führen kann, sind durch Einatmen oder Verschlucken in die Lunge geratene Fremdkörper. Bei Jungtieren, die per Hand aufgezogen werden oder Kaninchen, die man aufpäppelt, muss man deshalb darauf achten, dass beim Füttern kein Futterbrei in die Atemwege gelangt.

An Lungenentzündung erkrankte Kaninchen haben einen verminderten Appetit, sind nicht so bewegungsfreudig und magern ab. Ebenso sind häufiges Niesen, Nasenausfluss (eitriges Sekret um die Nase) und tränende Augen zu beobachten. Die Kaninchen putzen sich vermehrt und haben infolge dessen Sekret an den Pfötchen und Innenschenkeln der Vorderläufe. 
Bemerkbar macht sich außerdem eine Atemnot. Normalerweise atmet das Kaninchen nur durch die Nase. Bei einem an Pneumonie erkranktem Tier ist die Atmung über das Mäulchen deutlich zu erkennen. Hinzu kommen rasselnde Atemgeräusche.

Die häufigsten Erreger, die eine Pneumonie auslösen, sind Pasteurellen oder Streptokokken. Man kann, in dem man einen Abstrich aus der Nase des Kaninchens nimmt, den Erreger im Labor bestimmen lassen. Dieses ergibt jedoch oft ein ungenaues Bild, da Pasteurellen sich beispielsweise oft in den Nasenhöhlen und den unteren Atemwegen einnisten, die mittels Abstrich nur schwer bis gar nicht erreichbar sind.

Ein Röntgenbild gibt neben dem Abhören des Brustkorbes Aufschluß über das Ausmaß an der Lungenbeteiligung. Hat sich bereits Wasser in der Lunge gebildet (Ödem), sind feuchte Atemgeräusche zu hören, beim Abhören des Herzens sind die Herztöne  deutlich vermindert.

Ein leichter Schnupfen im Anfangsstadium läßt sich oft schon mit rein pflanzlicher Medikamentengabe therapieren. Der Gang zum Tierarzt muss dennoch erfolgen, denn aus einem leichten Schnupfen kann sich schnell Schlimmeres entwickeln. Im fortgeschrittenem Stadium kommt man um ein Antibiotikum nicht herum. Hat sich erst einmal Eiter in der Nase gebildet, kann auch eine Spülung des Tränen-Nasen-Kanals notwendig sein, um das Sekret auszuschwemmen. Dieses wird durchgeführt, wenn ein freier Luftaustausch durch die Nasenhöhle nicht mehr möglich ist. Ebenso können Inhalationen vom Tierarzt verordnet werden. Hierzu kann man das Tier in eine Transportbox setzen. Diese wird abgedeckt, das Inhalationsgerät davor befestigt. Die aufsteigenden Dämpfe werden dann vom Kaninchen eingeatmet. Wer kein Inhalationsgerät besitzt, kann alternativ auch ein Gefäß mit der dampfenden Lösung (meist ist es eine einfache Kochsalzlösung, je nach Bedarf kommt ein Schleimlöser hinzu) davor stellen. Wie allen kranken Tieren sollte man ihnen während der Genesungszeit viel Ruhe gönnen, ggf. Wärme durch eine Rotlichtlampe anbieten und besonders auf gesunde Ernährung durch frische und getrocknete Kräuter achten.

Zur Prognose lässt sich noch sagen, dass bei einem einmal erkrankten Tier seltenst alle Keime bekämpft werden können, so dass es immer wieder zu einem erneuten Ausbruch der Erkrankung kommen kann. Deshalb ist es wichtig, durch die Ernährung und ggf. regelmäßige Kuren das Immunsystem stabil zu halten.
 

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