bunny-in stellt vor... Archiv

März 2011

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Während es vor einigen Jahren nur eine Handvoll Kaninchenshops im Internet gab, tauchen jährlich einige Neue auf. Einen, der bunny-in insbesonderem auffiel, möchten wir heute vorstellen. Die Deichschnuten:

 

Stellt Ihr Eure Produkte wie Heu, Raufen etc. selbst her, wenn nein, woher bezieht Ihr sie?
Wir stellen so gut wie alle unsere Produkte selbst her. Die Raufen und die anderen besonderen Sachen entstehen aus Holz und Pflanzen aus unserem Garten bzw. unseren gepachteten Deichwiesen. Auch das Heu wird auf den von uns gepachteten Wiesen geerntet.
Nur die gemahlenen Kräuter, die wir für das Päppelpulver und die Hundekräutermischungen benötigen, kaufen wir zu.

Wie seid Ihr auf diese außergewöhnlich tolle und teils ja auch einzigartige Optik gekommen?
Wichtig waren uns vor allem die Naturfarben. Zu einem Shop, der natürliche Artikel anbietet, passen einfach keine grellen, unnatürlichen Farben. Das Logo stammt aus Svenjas Feder, es sollte schlicht sein und einen hohen Wiedererkennungswert haben. Alles andere hat sich eigentlich bei der Programmierung des Shops entwickelt. Es gab kein festgelegtes, vorab ausgesuchtes Layout.

Wer steht hinter Eurem Shop, wer managt alles?
Hinter dem Shop stehen Svenja und Anke.

Svenja ist der kreative Kopf, sie hat die Ideen für neue Produkte und stellt die Prototypen sowie die eigentlichen Produkte her. Im Prinzip ist sie für alle Produkte verantwortlich, deren Herstellung besonderes Geschick erfordert. Dabei kommt ihr ihre erste Ausbildung als Floristin natürlich zu Gute.
Auch die Beschreibungen (und die meisten Namen) der Produkte entspringen Svenjas Phantasie und bringen auch uns das ein oder andere Mal zum Lachen.

Anke ist vor allem verantwortlich für alles Organisatorische. Rechnungsführung, Buchhaltung sowie die Gestaltung und Aktualisierung der Website sind ihr Job.
Sie ist außerdem zuständig für die Zusammensetzung und Herstellung der unterschiedlichen Mischungen (Inhalation-, Bade- und Teemischung, Päppelpulver, Heu und Hundekräuter).

Zusammen packen wir mit viel Liebe die Pakete für unsere Kunden!

Dann gibt es da noch unsere freien Mitarbeiter:
Angelika: Sie näht im Auftrag der Deichschnuten die Kaninchenbodys. Der Entwurf dafür ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit von uns Dreien und ungefähr 25 Top-Models.
Waltraud: Eine in Kräuterfragen sehr erfahrene ältere Nachbarin stellt für uns die Salben (Beinwell und Ringelblume) her.
Erika: Sie ist unsere tatkräftige Unterstützung bei der Herstellung diverser Artikel, die wir an andere Shops liefern.
Marco: Er ist unser jüngster Mitarbeiter und zuständig für die Pflege des Grundstücks, das Beschneiden der Bäume und anderer Pflanzen.

Habt Ihr selbst Tiere, die Eure angebotenen Artikel "testen" können?
Ja, wir haben derzeit fünf Kaninchen, einen Hund und einen Kater, die begeisterte, aber auch kritische Tester aller unserer Produkte sind!

Wie lange gibt es Euch schon?
Die Deichschnuten gibt es seit dem 01.01.2010, sie sind hervorgegangen aus der Kräuter-Kate, die wir zu diesem Zeitpunkt an unsere Nachfolger Anne und Björn übergeben haben.

Wie habt Ihr Euch Euer Wissen über Kaninchen und die Nahrung angeeignet?Das war eine lange Entwicklung. Auch wir haben irgendwann mit der furchtbaren Standard-Kaninchenhaltung begonnen. Ein einzelnes Kaninchen im Käfig. Der Salzleckstein und die Nippeltränke fehlten genauso wenig, wie das schöne bunte Futter im Napf. Die arme Annabell war natürlich aggressiv, biss alles und jeden, der es wagte in ihr winziges Revier einzudringen. 
Zum Glück fingen wir relativ bald an, uns Gedanken darüber zu machen, wie es zu so einem Verhalten kommen kann und uns wurde als erstes klar, dass sie sicherlich einsam war und mehr Platz brauchte. So schafften wir kurzerhand zwei weitere Kaninchen (damals aus dem Zoohandel) an und setzen alle drei zusammen in ein furchtbar dilettantisch zusammengezimmertes Außengehege. Wir hatten das unglaubliche Glück, dass die Drei sich auf Anhieb verstanden.
Bezüglich des Geheges hatten wir weniger Glück, denn jeden zweiten Tag mussten wir die Drei im ganzen Garten suchen gehen.
Es folgte dann der Bau eines neuen, ausbruchsicheren Geheges, das allerdings immer noch weit von wirklicher Sicherheit entfernt war. So wurden zumindest die äußeren Umstände für die Kaninchen immer besser.
Ja und zum Thema gesunde Kaninchen-Ernährung sind wir dann eigentlich kurioserweise über die Hunde gekommen. Denn bevor Janosch als Welpe bei uns einzog, lasen wir alles, was sich über gesunde Ernährung von Hunden finden lies und stießen somit auf das Thema BARF.
Logischerweise bleiben solche Überlegungen nicht lange auf nur eine Tierart begrenzt. Sehr schnell kam dann auch die Überlegung, was wir da eigentlich unseren Kaninchen täglich in den Napf schütten und wie sinnvoll das sein kann. Also haben wir auch hier angefangen nachzulesen. Viele Informationen gab es darüber zu dieser Zeit noch nicht, denn Kaninchen galten immer noch als anspruchlose "Käfigtiere". Also lag es nahe zu überlegen, wie sich Wildkaninchen ernähren und die Fütterung daran zu orientieren. Den ersten Schubs in die richtige Richtung hat uns das Buch "Artgerechte Haltung - ein Grundrecht auch für Zwergkaninchen" von Ruth Morgenegg gegeben. Dann haben wir die Seiten von Christine Wilde (www.diebrain.de) kennengelernt.
So ist durch kontinuierliche Beschäftigung mit diesem Thema unser Wissen immer weiter gewachsen. Die Gründung eines Forums, die Aufnahme von Notfalltieren, all das hat dazu beigetragen, dass es immer wichtig war am Ball zu bleiben was eine gesunde Ernährung und Haltung betraf.

Wie seid Ihr auf die Idee mit dem Päppelpulver und vor allem die gesunde Zusammensetzung gekommen? Wie wird es hergestellt?
Das Päppelpulver bzw. die Idee dazu ist quasi aus der Not geboren. Wir hatten lange Zeit relativ viele Notfall-Kaninchen (bis zu 30). Mit dem Päppelpulver, das man beim Tierarzt erhält, haben wir keine guten Erfahrungen gemacht. Da unsere Tiere getreidefrei ernährt werden, hat das Päppelpulver durch seinen nicht gerade geringen Getreideanteil Verdauungsprobleme eher noch verschlimmert. Dazu kommt, dass wir gentechnisch veränderten Pflanzen äußerst skeptisch gegenüber stehen.
Also haben wir überlegt, was ein gesundes Päppelpulver enthalten sollte und vor allem auch, was nicht.
Die einzelnen Kräuter wurden sorgfältig ausgewählt. Überwiegend wegen ihrer Heilwirkungen, ein Teil aber auch um das Pulver schmackhaft für die Tiere zu machen, damit sie es möglichst freiwillig fressen. Auch der Heupulveranteil ist keineswegs eine "Streckung" der guten Kräuter, sondern wichtig, um einen möglichst hohen Rohfaseranteil zu gewährleisten.

Die Herstellung erfolgt hier bei uns. Die einzelnen Komponenten werden in einem festgelegten Mengenverhältnis vermischt und die Mischung sofort portionsweise abgefüllt.

Warum wolltet Ihr gerade einen Shop mit Kaninchenprodukten eröffnen, wo die Konkurrenz in diesem Bereich ja auch schon recht stark ist?
Als wir 2007 angefangen haben, war die Konkurrenz nicht besonders groß. Es gab eigentlich keine bekannten Internetshops, die wirklich gesundes Futter angeboten haben. Man konnte sich sein Futter allenfalls aus Einzelkomponenten zusammenstellen. Das hat viele Kaninchenhalter schlicht überfordert und sie sind aus Unsicherheit bei einem handelsüblichen (ungesunden) Futter geblieben.
Darum haben wir uns damals entschieden, unseren Schwerpunkt besonders auf gesunde und ausgewogene Futter- und Kräutermischungen zu legen.
Eigentlich ist daraus alles Weitere entstanden. Logischerweise wächst mit der Beschäftigung mit dem Thema gesunde, artgerechte Ernährung auch das Wissen in diesem Bereich. So ging es für uns immer weiter in Richtung natürliche Gesundheitsvorsorge und unterstützende Heilung durch Kräuter.
Parallel zum Futter gab es von Anfang an immer den Spaß an natürlichen, spannenden, zweckmäßigen und gleichzeitig auch optisch ansprechenden Beschäftigungsmöglichkeiten für Kaninchen. Spielzeug, sinnvolles Zubehör, ein aus tierischer Sicht und auch finanzieller Sicht angemessenes Gehege... all das gehört für uns einfach dazu.
Der große Erfolg hat uns selbst überrascht. Das Wachstum des Shops war enorm und für uns irgendwann nicht mehr zu bewältigen. Wir standen vor der Wahl entweder weiter zu expandieren, also neue Räumlichkeiten anzumieten, mehr Mitarbeiter einzustellen und damit aber auch anonymer zu werden oder unser Angebot einzuschränken.
Die logische Konsequenz daraus war für uns dann die Abgabe der Kräuter-Kate mit ihrem Angebot an Futter, Kräutern, Spielzeug, Gehegen und Besonderheiten in gute Hände und die Konzentration auf die Gesundheitsvorsorge und regionale Besonderheiten.

Geht Ihr auch noch einem Hauptberuf nach? Hat dieser auch mit Tieren zu tun?
Wir haben beide das Glück, dass wir uns komplett der Arbeit bei den Deichschnuten widmen können. Unser Hobby und unsere Interessen haben wir somit zu unserem Beruf gemacht.
Die Hunde, also die Ergänzungsmittel für gebarfte Hunde, gesunde Knabbereien und Zubehör, die ja im Shop einen eigenen Bereich darstellen, liegen besonders Svenja sehr am Herzen. Sie beschäftigt sich seit 14 Jahren intensiv mit Hunden und arbeitet außerhalb der Shoparbeit als Hunde-Verhaltensberaterin.

Mit dem Thema BARF haben wir seit mittlerweile 9 Jahren Kontakt. Denn seit dieser Zeit werden unsere eigenen Hunde (bis vor kurzen waren es noch zwei Schäferhunde) gebarft.

Die Babymode vom Deich, ein weiterer Bereich des Shops dagegen ist eher Ankes "Baby". Sie liebt das Stricken und entwirft und strickt die Modelle mit viel Liebe zum Detail selbst.

Wie verbringt Ihr Eure Freizeit? Auch mit Kaninchen oder ist da auch noch Platz für Aktivitäten ohne Tiere?
Freizeit? Was ist das?...
Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Es ist durchaus auch Platz für Aktivitäten, die mit Tieren nichts zu tun haben. Wir sind in der glücklichen Lage Menschen zu haben, die jederzeit die Versorgung der Kaninchen fachgerecht übernehmen können, so dass wir auch mal für ein Wochenende weg können.

Wobei es tatsächlich schon so ist, dass der Unterschied zwischen Freizeit und Arbeitszeit immer mehr verschwimmt. So kann es vorkommen dass Svenja bei einem Spaziergang im Außendeich nicht mehr einfach die Natur genießt sondern die Pflanzen in Gedanken schon in ein neues "Projekt" einbaut.
Oder dass Anke, statt entspannt den lang ersehnten Film zu sehen, im Eiltempo an einem Babypulli strickt, der dringend fertig werden muss.

Aber dadurch, dass es ja eigentlich unsere Hobbies sind, die wir zum Beruf gemacht haben, stört diese fehlende Abgrenzung nur selten.
 

bunny-in sagt herzlichen Dank für das Interview und wünscht Euch weiterhin viel Erfolg! 

Banner und Fotos wurden uns von den Deichschnuten für dieses Interview zur Verfügung gestellt - vielen Dank! Bild 1 zeigt die herrlichen Wiesen, auf denen geerntet wird. Bild 2 ein Testkaninchen im Weidentunnel. Bild 3 ist ein Bild der Kräutertrocknung.

 

 

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