bunny-in stellt vor... Archiv

Oktober 2009

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Viele interessante Interviewpartner haben wir zum Gespräch gebeten. Für diesen Monat haben wir Doris Amann befragt, die mit dem selbst produzierten Rido-Heu viele Kaninchenmäuler glücklich macht: 

Beschreib doch bitte einmal in wenigen Sätzen wie es abläuft, wenn man Heu macht?
Wir warten in der Regel, bis das Gras möglichst hoch steht und beginnen mit der Heuernte im Mai/Juni. Zuerst wird das Gras gemäht, dann 2x-4x gewendet, dann zu Reihen geschwadet und anschließend gepresst. Das Ganze funktioniert natürlich nur bei einer mehrtägigen Schönwetterperiode.

Wie viele Wiesen besitzt Ihr?
Insgesamt bewirtschaften wir ca. 100 Hektar, wobei auf Rido Heu ca. 6 Hektar entfallen. Dies entspricht (je nach Größe) 2-3 Wiesen.

Begeht Ihr diese Wiesen auch und sucht nach giftigen Pflanzen, z.B. Johanniskraut?Selbstverständlich kontrollieren wir unsere Wiesen regelmäßig auf giftige Pflanzen. Dabei ist uns aufgefallen, dass sich neben dem sehr gefährlichen Jakobskreuzkraut auch der Goldregen immer mehr vermehrt. Vor allem auf Brachflächen und in Wegrainen breiten sich diese Giftpflanzen ungehindert aus. Man muss ständig dran bleiben, um die eigenen Flächen frei davon zu halten.

Wie oft im Jahr könnt Ihr ernten? Man hört ja immer von Erstschnitt/Zweitschnitt. Was bedeutet das genau?
Wir ernten und verkaufen grundsätzlich nur den ersten Schnitt. Nur dieser ist grob und energiereich und voller Nährstoffe und garantiert einen entsprechenden Zahnabrieb. Der zweite Schnitt (der leider im Handel oft als Kaninchenheu angeboten wird), taugt bestenfalls als Silage, die z.B. an Kühe verfüttert werden kann. Er ist krümelig und staubt und enthält so gut wie keine Nährstoffe mehr. Für Kaninchen, Meerschweinchen oder auch Pferde ist er nicht geeignet.

Ist eine Ernte "hinüber", wenn es längere Zeit nur regnet oder gibt es Möglichkeiten eine Ernte zu "retten"?
Leider ist man in der Landwirtschaft absolut wetterabhängig und manche Jahre regnet es entweder so gut wie gar nicht oder eben ständig. Beides ist fatal für die Heuernte, weil entweder nichts wachsen kann oder das Ganze nicht zu trocknen ist. Dies führt zu großen Ernteausfällen und ist immer ärgerlich, weil somit das Saatgut verloren ist und die Arbeit umsonst war.

Mittlerweile gibt es schon so viele Online-Futtershops, die ebenfalls Heu anbieten. Ist es nicht schwierig sich da durchzusetzen?
Das ist sicher richtig. Leben kann vom reinen Heugeschäft sicher keiner, aber wir vertrauen nach wie vor auf unser Konzept und ein gewisser Idealismus gehört sicherlich auch dazu. Ein großes Problem sind die relativ hohen Transportkosten. Kaninchen sind Individuen und es ist immer auch Glückssache, ob das angebotene Heu den kleinen Gourmets entspricht oder nicht.

Was ist das Besondere an Euch?
Rido Heu wurde sozusagen „aus der Not heraus“ geboren. Da ich selbst früher als Kaninchenbesitzer immer große Probleme hatte gutes Heu zu bekommen, kam, dann als ich meinen Mann kennenlernte, natürlich die Idee eines eigenen Heugeschäfts auf. Möglich wurde der Aufbau von Rido Heu aber nur durch die Unterstützung von vielen lieben Menschen, die ich schon vorher in diversen Kaninchenforen „kennengelernt“ hatte. Viele dieser Leute sind mittlerweile Stammkunden bei uns, wofür ich sehr dankbar bin. Besonders erwähnen möchte ich an dieser Stelle folgende Foren: www.kaninchenforum.com und www.kaninchenschutz.de

Welche Vorlieben haben denn die Tiere für welches Heu? Was wird am meisten bestellt?
Der absolute Renner von Rido Heu ist sicherlich unser Kleeheu. Gerade dieses ist jedoch sehr schwer herzustellen und es müssen viele Faktoren zusammenpassen, um erfolgreich ernten zu können. Besonders zu empfehlen ist es für Kaninchen, die ansonsten kaum bis gar nicht ans Heu zu bekommen sind. Dieses extra grobe und süße Heu wird nahezu immer gefressen. Es empfiehlt sich auch für Kaninchen in der Rekonvaleszenz. Ein Standardartikel ist unsere Bergwiese. Diese ist ebenfalls langstielig und enthält viele verschiedene Gräserarten und Kräuter. Unser Mischheu verkaufen wir mit sehr gutem Erfolg vor allem an Chincilla- und Meerschweinchenbesitzer, sowie an Kaninchenbesitzer, deren Tiere aufgrund von Zahnproblemen mit grobem Heu nicht mehr so gut zurechtkommen.

Welches ist Deiner Meinung nach das beste Heu bzw. gibt es das überhaupt?
Das ideale Heu ist meiner Meinung nach langstielig, möglichst staubfrei und enthält vielfältige Kräuter, sodass es von nahezu jedem Kaninchen gerne genommen wird. Bei der Ernte ist darauf zu achten, die Geräte derart einzustellen, dass kein Ackerboden in das Heu eingearbeitet wird. Spritzmittel gehören meiner Meinung nach nicht in gutes Heu. Dies macht die Bewirtschaftung sicherlich schwieriger und den Ertrag geringer, wir werden jedoch auch in Zukunft an dieser Philosophie festhalten.

Kann man selbst im heimischen Garten auch Heu herstellen? Wenn ja hast Du hier Tipps?
Das ist sicherlich möglich, wenn man die entsprechenden Flächen hat. Man sollte Wiesen aussäen, die möglichst vielfältig sind, wie z.B. Bauernwiesen o.ä. Wenn das Gras dann relativ hochgewachsen ist, ist das Prozedere ähnlich wie beim Großanbau – also mähen (Achtung: mit der Sense, nicht mit dem Rasenmäher), immer wieder wenden und dabei trocknen lassen, dann luftig und trocken lagern. ACHTUNG! Das Heu darf niemals frisch verfüttert werden. Bitte mindestens 4-6 Wochen ablagern lassen, da es nachgärt!

Wie wird das Rido-Heu bei Euch gelagert? Habt Ihr spezielle Tipps für die richtige Lagerung beim Käufer?
Wir lagern unser Heu und Stroh in einer großen, wettergeschützten und luftigen Scheune. Rido Heu verschickt seine Ware ausschließlich in Pappkartons, welche auch zur Lagerung des Heu´s sehr gut geeignet sind. Wir empfehlen unseren Kunden dabei immer, die Kartons geöffnet zu lagern und das Heu bei längerer Lagerung ab und zu umzudrehen, sodass es von allen Seiten gut belüftet wird. Praktisch, sauber und kostenfrei ist auch die Lagerung im ausrangierten Bettbezug. Absolut ungeeignet sind Plastikverpackungen aller Art! Heu „lebt“ gewissermaßen und in luftdichter Verpackung kann es sehr schnell anfangen nachzugären oder /und zu schimmeln. Heu deshalb immer luftig und trocken lagern!

Das Heu zu machen bedeutet ja auch eine Menge Arbeit, dazu der ganze Papierkram. Wer hilft alles mit?
Mein Mann hilft mir bei der Herstellung und der Ernte des Heus. Den Verkauf und die Kundenbetreuung mache ausschließlich ich.

Hast du vor das Angebot noch zu erweitern? Gibt es Pläne für die Zukunft?
Momentan bin ich mit unserem Betrieb, meinem quirligen 2-jährigen Heuprinzchen und Rido Heu sehr gut ausgelastet. Ich denke, wir werden uns weiterhin auf hochwertiges Heu und Stroh konzentrieren.

Eure Tiere bekommen sicher alle das selbst hergestellte Heu. Welche Tiere sind das?
Wir haben neben dem Heugeschäft einen Reitstall mit momentan ca. 70 Pferden (www.reitstall-amon.de). Man kann sich sicherlich vorstellen, welch riesigen Heubedarf wir alleine für die Pferde haben. Diese sind verdauungsmäßig ähnlich empfindlich wie Kaninchen, deshalb ist gutes, nahrhaftes und ausreichendes Heu auch hier das A und O.

Wie verbringst du gern Deine Freizeit?
Welche Freizeit?!

Liebe Doris, herzlichen Dank für das Interview. Für bunny-in war es sehr interessant mal mehr über die Herstellung von Heu zu erfahren. Wir wünschen Dir und Deiner Familie alles Gute und Rido-Heu weiterhin so viele treue Fans und noch viele Kaninchen, die auf den Geschmack des Rido-Heus kommen werden.

 

 

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