bunny-in stellt vor... Archiv

September 2009

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In diesem Monat möchten wir Euch RabbitRescue e.V. vorstellen, die seit 17.07.2009 im Vereinsregister Dortmund als Verein eingetragen sind. RabbitRescue gibt es jedoch schon wesentlich länger. Ursprünglich begann es im Februar 2008 mit einem Tierschutzprojekt und einem eigenen Forum. Im April 2009 folgte der Entschluss aus dem Projekt einen Verein zu schaffen und die Folge ist nun das "e.V." hinter dem Namen.

Nachstehend das Anfang August mit Vorstandsmitglied Steffi Gockel geführte Interview:

Erst einmal Gratulation zur Vereinsgründung. Wie viele Unterstützer/Mitglieder zählt Ihr - sicherlich flatterten bereits einige Anträge ins Haus?
Wir sind ja erst ein paar Wochen alt, aber trotzdem haben wir mit Stand vom 06.08.2009 bereits 18 Mitglieder. Weitere Mitgliedsanträge liegen uns vor und werden in den nächsten Tagen bearbeitet. Wir freuen uns sehr, dass unser Konzept so gut angenommen wird.

Viele Vereine haben im gesamten Bundesgebiet Mitglieder. Wo gibt es Euch (und das Team)?
Unsere Mitglieder kommen aus allen Teilen der Bundesrepublik Deutschland. Die aktuelle Übersicht über die Standorte unserer aktiven Mitglieder findet sich auf unserer HP. Da wir vereins- und organisationsübergreifend arbeiten und viele Kooperationspartner haben, können wir aber auch dort Hilfe anbieten, wo wir selber noch nicht vertreten sind.
Ein Beispiel aus dem täglichen Alltag: Uns erreichte eine Anfrage aus Mainz, in der um Beratung bezüglich der Absicherung und Erweiterung eines Aussengeheges gebeten wurde. Da RabbitRescue e.V. noch keinen Ansprechpartner in der Nähe hat, haben wir uns an die Bunnyhilfe e.V. gewandt. Dominique hat den Vor- Ort- Termin übernommen und im Zuge der Beratung konnten auch gleich noch 2 Kaninchen der Bunnyhilfe e. V. in ein tolles neues Zuhause vermittelt werden.

Anmerkung von bunny-in: Andersherum sprang RabbitRescue vor einigen Monaten ein, als in einer Iserlohner Apotheke für Tierschutztage ein Infostand über Kaninchen gesucht wurde. Die Apothekerin fragte bei bunny-in an, die es an RabbitRescue weitergaben und die dann den Infostand errichteten - herzlichen Dank nochmal an dieser Stelle für diese gute Zusammenarbeit!


Es gibt mittlerweile viele Kaninchenvereine und man hat den Eindruck, es kommen jährlich 2-3 neue hinzu. Ist Eure Arbeit wirklich nur auf Kaninchen beschränkt?
Nein, denn ganz bewusst wollten wir nicht ein weiterer, nur auf Kaninchen konzentrierter Verein unter vielen sein. Wir verstehen Tierschutz als Gesamtkonzept. In unserem Selbstverständnis kann und darf sich Tierschutz nicht nur auf eine Tierart beziehen.
Sowohl bei unserer Beratungsarbeit, als auch bei größeren und großen Notfällen sind sehr häufig andere Tierarten involviert. In solchen Notfällen kann und darf es aber nur unser Ziel sein, alle vorhandenen Tiere aus der Notsituation herauszubringen. Eine Beschränkung auf die „eigene Tierart“ ist mit unserer Vorstellung von Tierschutz nicht vereinbar.
Die Kernkompetenzen der meisten unserer Mitglieder liegen zwar bei Kaninchen, aber viele von uns halten auch andere Tierarten. Unser Netzwerk an Kooperationspartnern ist breit gefächert und wird ständig ausgebaut, so dass wir im akuten Fall auch auf deren Fachkompetenz und Hilfe bauen können. Als Beispiel möchten wir hier Sofawolf e. V. (www.sofa-wolf.de) und Notmeerschweinchen-Berlin (www.notmeerschweinchen-berlin.de) nennen.

Wie kann man Euch unterstützen, denn sicherlich habt Ihr einiges an finanziellen Ausgaben?
Es gibt verschiedene Wege, um uns zu unterstützen.
Angefangen von der Mitgliedschaft und Mitarbeit im Verein, Spenden, Übernahme einer Patenschaft für einen unserer Schützlinge bis hin zu Hilfen, die nichts direkt mit dem Verein zu tun haben wie z. B. Unterstützung bei Transporten oder bei Notfällen vor Ort, Beratungen im Forum, Flohmarktauktionen zu Gunsten unseres vereinsunabhängigen RescueFonds. Aber auch Flyer verteilen, Kauf der „charity products“ von LUSH Cosmetics (www.lush.de) zugunsten von RabbitRescue e. V. usw. sind Möglichkeiten, uns zu helfen.
Eine weitere Form der Unterstützung findet sich ja hier direkt bei bunny-in durch die Teilnahme am Programm „Empfehlen und Kassieren“. Dabei hilft man gleich auf 2 Arten: Man bekommt durch das „Handbuch zum Langohrtraumzuhause“ erstklassige Informationen rund ums Kaninchen und spendet dabei gleichzeitig pro gekauftem Exemplar einen Euro an RabbitRescue e. V.

Anmerkung von bunny-in: Wer RabbitRescue e.V. unterstützen mag wählt es einfach im Bestellformular aus.

Ihr seht, dass die Möglichkeiten quasi unbegrenzt sind und jeder, der mag, kann sich nach seinen eigenen Fähigkeiten und Interessen bei uns einbringen. Für neue Ideen sind wir immer offen.

Nehmt Ihr auch Kaninchen auf? Wo kommen die Notfellchen dann überall unter?
Natürlich nehmen wir auch Kaninchen auf, denn RabbitRescue e. V. versteht sich nicht als rein beratender Verein.
Unser Kernsatz lautet ja: Beraten - Helfen - Pflegen - Vermitteln.
Hierzu haben wir ein Konzept mit mehreren Optionen entwickelt, um so möglichst vielen Notfalltieren durch die Unterbringung in einer Pflege- oder Endstelle helfen zu können. Dazu suchen wir einerseits nach privaten Unterbringungsmöglichkeiten. Die Benutzer unseres Forums sind dabei eine unschätzbare Hilfe, genauso wie unsere Vereinsmitglieder und unsere Kooperationspartner. Andererseits arbeiten wir auch mit sorgfältig ausgewählten Tierheimen zusammen, welche die Tiere unseren Standards entsprechend halten und vermitteln.
Um Privatpersonen bei der Aufnahme eines häufig kostenintensiven Not-Tieres zu entlasten, bieten wir im Rahmen unserer Möglichkeiten finanzielle Hilfe in Form von Zuschüssen über unseren RescueFonds an.
Durch die Gründung des Vereins sind wir nun auch in der Lage, besonders pflegebedürftige und / oder kostenintensive Tiere als Vereinstiere aufzunehmen.

Habt Ihr Buch geführt, wie viele Kaninchen Ihr "gerettet" und weitervermittelt habt?
Nein, genaue Zahlen haben wir nicht. Einen Annäherungswert gibt ein Blick in die Rubrik „glücklich gelöst“ in unserem Forum. Dort finden sich Hunderte von Tierschicksalen. Hierbei muss allerdings gesagt werden, dass wir nicht in jedem Fall, der dort steht, selber federführend waren. Manchmal haben wir lediglich die Plattform zur Verfügung gestellt, haben uns an Transportketten beteiligt oder waren Helfer unter der Verantwortung einer anderen Organisation.
Letzten Endes ist es ja auch unwichtig, wer genau das Tier gerettet hat. Wichtig ist doch, dass es überhaupt gerettet wurde.

Veranstaltet ihr Aktionen um auf Euch aufmerksam zu machen? Wenn ja, welche?
Wir nutzen verschiedene Möglichkeiten, um auf RabbitRescue e. V. aufmerksam zu machen.
Im Internet gibt es unser Forum als Austausch- und Informationsplattform sowie unsere Homepage mit einem ausführlichen Downloadbereich, auf dem wir Informationen rund ums Kaninchen zusammengestellt haben. Diese Informationen sind natürlich kostenlos und jeder Interessierte kann sie sich herunterladen, ausdrucken und weitergeben.
Auf der Homepage findet man auch die Ansprechpartner von RabbitRescue e. V., die per Mail, per Telefon und vor Ort beraten und helfen.
Auf Messen, Tierheimfesten und ähnlichen Veranstaltungen sind wir so oft es geht mit einem Infostand vertreten und bieten dort Beratung, Aufklärung und Hilfe an.
 

Unser Sponsor LUSH Cosmetics legt seinen Paketen einen Flyer von RabbitRescue e. V. bei, was den Bekanntheitsgrad unseres Vereins immens erhöht.
   

Sicherlich habt Ihr auch eine Leitregel/einen Grundsatz für Eure Arbeit?
Die Grundlage unserer Arbeit ist stets das individuelle Tier und seine Situation. Wir arbeiten ergebnisorientiert und bemühen uns, die optimale Lösung für jedes Tier zu erreichen. Wir verstehen uns also quasi als „Dienstleistungsunternehmen“, dessen „Kunde“ das individuelle Tier ist.
Erfolgreiche Tierschutzarbeit beinhaltet für uns auch ein Arbeiten mit den Menschen, nicht gegen sie. Um ein Tier schnell und effektiv aus einer Notlage befreien und evtl. verbleibenden Tieren dauerhaft helfen zu können, setzen wir auf die Kooperation des Halters. Häufig steckt hinter einem Tierschutznotfall auch ein menschliches Schicksal, dass man nicht ganz aus den Augen verlieren sollte.
In unserem Leitbild haben wir unsere Vorstellungen von Tierschutz definiert.

Anmerkung von bunny-in: Alles über den Verein findet sich zum Download >>hier<<.

Benötigt Ihr noch Unterstützer/ehrenamtliche Mitglieder für Eure Aufgaben. Wenn ja, in welchen Bereichen?
Definitiv Ja. Tatkräftige Unterstützung können wir immer gebrauchen und wir freuen uns über jeden, der unsere Vorstellungen teilt und mithelfen möchte, (nicht nur) Kaninchen und ihre Bedürfnisse mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken.
Die Möglichkeiten dazu sind so vielfältig wie das Leben selbst. Einige Punkte haben wir in Frage 6 angesprochen. Wir lassen uns auch gerne überraschen, was den Lesern dieses Interviews noch alles einfällt.

Was treibt Euch an? Ihr seht ja nicht nur happy-endings?
Nein, leider hat nicht jeder Notfall ein happy end. Es wäre schön, wenn es so wäre, aber es ist uns durchaus bewusst, dass wir bei der Masse des Tierelends nicht jedem Tier helfen können. Dieses Wissen belastet uns natürlich, weil hinter jedem Notfall ein individuelles Tierschicksal steht.
Wir definieren uns als „Tatmenschen“, d. h. besonders wichtig ist uns ein aktives Handeln. Wenn man nicht handelt, hat man aber garantiert verloren und das Wissen, dass wir zwar nicht die ganze Welt, aber einzelne Tiere retten können ist es, was uns immer wieder antreibt. Ihr kennt doch sicher die Geschichte von dem alten Mann und den Seesternen (Autoren Jack Canfield und Mark V. Hansen), die diese Sichtweise sehr anschaulich macht. Jeder, der schon mal erlebt hat, wie ein schwer krankes Tier wieder gesund wird und aufblüht, wie ein bisher einzeln gehaltenes Kaninchen das erste Mal mit seinem neuen Partner kuschelt, wie ein ehemals im Käfig „eingeknastetes“ Kaninchen die ersten Luftsprünge macht, ein Ex-Laborkaninchen (siehe nachstehendes Foto der große weiße Jonah) seine Welt entdeckt und zum ersten Mal Sonne auf seinem Fell spürt weiß, dass sich jede Anstrengung lohnt. Ein Blick in die Augen eines aus einer Notlage geretteten Tieres ist für uns der schönste Lohn:


Liebe RabbitRescue e.V. herzlichen Dank für das Interview!
Herzlichen Dank auch von unserer Seite an das Team von bunny-in! 

 

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