Kaninchenkrankheiten A-Z

Epilepsie

» zurück zu Kaninchenkrankheiten A-Z

bunny-in Tipp

  • Sofort zum Tierarzt/Nottierarzt - keine Zeit verlieren!
  • Ein Erfahrungsbericht steht zum Download zur Verfügung!

 


Epilepsie

Hinter Epilepsie verbirgt sich eine in der Regel chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems, das unterschiedliche Ursachen haben kann:

Entzündung des Hirns, Hirnblutung, Sauerstoffmangel unter der Geburt,
Hirnverletzung, Schlaganfall, Stoffwechselstörung des Hirns, Tumor, aber auch Erkrankungen der Schilddrüse oder des Herzens können zu epileptischen Anfällen führen.

Krankheitsverlauf
Während eines epileptischen Anfalls krampfen die Tiere, reißen zum Teil das Maul auf, verdrehen die Augen und kugeln sich um die eigene Achse. Ein solcher Anfall kann nach wenigen Sekunden vorüber sein, aber auch minutenlang anhalten. Während eines Anfalls kann der Tierhalter nichts tun. Ein Eingreifen sollte wenn nur mit Lederhandschuhen erfolgen, da die Tiere möglicherweise zubeißen. Wichtiger ist die Umgebung des Tieres so zu sichern, dass es sich während eines Krampfanfalls nicht verletzen kann. Vielen Tieren hilft es, wenn man ruhig und leise auf sie einredet - keinesfalls laute Geräusche machen oder das Tier anschreien!

Diagnosestellung
An Epilepsie leidende Kaninchen gehören zu den selteneren Tieren in der Praxis - zum Glück! Das bedeutet jedoch auch, viele Tierärzte kennen keine Behandlung dieser Erkrankung. Eigene Medikamente für das Kaninchen gibt es zwar nicht, doch dies ist dank guter Mittel aus dem Humanbereich oder sonstigen Tiermedikamente auch nicht zwingend erforderlich.
Wichtig ist, dass der Tierarzt sich zur Untersuchung und Diagnosefindung Zeit nimmt. Zur Diagnosestellung bietet sich an:

  • EKG
  • Röntgenbild
  • Ultraschall
  • großes Blutbild
  • Titerhöhenbestimmung bzgl. e.cuniculi, denn bei Erkrankung an Enzephalitozoonose kann es auch zu Krämpfen kommen! In einem solchen Fall sieht die Therapie ganz anders aus: siehe Enzephalitozoonose

Therapie
Zur Therapie von Epilepsie werden vermutlich lebenslang Medikamente nötig sein, die bei guter Abstimmung auf den Körper und auf die Anfälle jedoch nicht immer schädigend auf den restlichen Organismus einwirken. Gute Ergebnisse erzielte die tägliche Gabe von Luminaletten, sowie eine 4-6 wöchige Injektion mit Vitamin B für die Nerven, sowie Tardastrex. Letzteres enthält laut Aussage des Tierarztes im Beipackzettel einen Hinweis zur Anwendung bei Epilepsie. Die Behauptung, die Tiere wären durch die Medikamente nur noch schläfrig, kann an dieser Stelle nicht bestätigt werden. Es ist in solchen Fällen eher so, dass eine zu hohe Dosierung verabreicht wird.

Alternative Zusatztherapien
Es hat sich bei vielen Tieren gezeigt, dass eine zusätzliche alternative Therapiemethode sehr förderlich für das Allgemeinbefinden ist. Hierbei ist es für den Laien immer sehr schwer herauszufinden, was genau zu geben ist und in welchem Umfang. Am besten ist es, einen klassisch ausgebildeten Tierhomöopathen zu kontaktieren und mit einer Anamnese und Mittelauswertung zu beauftragen.

Leben mit einem Epilepsie-"Häschen"
Das gemeinsame Leben mit einem an Epilepsie erkrankten Tier, kann genauso schön und lang andauern, als wäre es ein gesundes Kaninchen. Wichtig ist jedoch sich an die tägliche Medikation zu halten und tunlichst Stress und Hektik, sowie Lärm vom Tier weitgehend abzuschotten. Auch ständige Veränderungen tun einem an Epilepsie erkrankten Tier möglicherweise nicht gut.
 

» zurück