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Kastration beim Weibchen

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Kastration beim Weibchen

Die Kastration von Weibchen ist heutzutage ein Thema, das viele Halter in zwei Ligen aufteilt. Der eine Teil ist Befürworter einer prophylaktischen Kastration möglichst im Jungtieralter, um mögliche Veränderungen der Gebärmutter tunlichst auszuschließen. Der andere Teil befürwortet einen solchen Eingriff nur dann, wenn entsprechende Auffälligkeiten oder aber ein Befund vorliegen.

Schlussendlich muss jeder selbst wissen, wann er sein Kaninchen kastrieren lässt. Wichtig ist jedoch sich darüber im Klaren zu sein, dass keine Operation "leicht" ist. Sicherlich sollte man einen erfahrenen Tierarzt aufsuchen und sicher muss das Kaninchen in einem guten, operablen Allgemeinzustand sein, dennoch birgt eine OP - insbesondere eine Narkose - ein gewisses Risiko. Es gab Fälle, bei denen die Tiere während der OP verstarben oder aber nachher in der Aufwach-Phase. Wenige Tiere verstarben bis zu 48 Std. nach der OP zuhause beim Tierhalter ohne erklärbare Gründe. All diese Punkte sind wichtig zu wissen!

Bei der Kastration sollte der Tierarzt Eierstöcke und Gebärmutter entfernen. Verbleiben die Eierstöcke im Körper, so kann es dennoch zu Veränderungen kommen, da Hormone weiter gebildet werden.

Nach der OP und dem Aufwachen des Tieres bekommen viele Tierhalter ihr Tier mit nach Hause. Wenige Ausnahmen machen Kliniken, die in der Regel das Tier über mehrere Tage aufnehmen. Dem Kaninchen sollte ein ruhiger Platz zur Verfügung gestellt werden, möglichst mit dem Partnertier, sofern sich dieses ruhig und lieb verhält und kein Dominanzgehabe zeigt. Letzteres könnte sonst die Patientin zu sehr stressen.

Die wenigsten Kaninchen fressen nach einer OP. Wichtig ist jedoch alles an Leckereien anzubieten. Frische und getrocknete Kräuter, sowie Möhrengrün bietet sich als Futtermittel an, das von vielen Tieren nach der OP selbständig genommen wird.

Das Tier sollte möglichst nicht an der Wunde lecken oder aber an den Fäden beißen. In diesen Fällen bitte mit dem Tierarzt sprechen, ob das Tier eine Halskrause bekommen sollte oder aber die Wunde mit einem Verband geschützt werden muss. Im Fachhandel gibt es auch spezielle "Bodies", die luftdurchlässig sind und das Tier in seiner Bewegungsfreiheit nicht einschränken. Geübte können auch aus elastischen Socken solche Bodies nachschneidern.

Spätestens 24 Std. nach der OP sollte das Tier zumindest minimal selbständig das Fressen beginnen. Ist dies nicht der Fall, ist über eine Zwangsernährung nachzudenken. Zuvor sollte man jedoch alles angeboten haben, was das Tier fressen könnte, ggf. auch das Futter besonders kleinschneiden, raspeln oder pürieren.

Mittel zur Zwangsernährung gibt es in der Regel beim Tierarzt (Rodicare Instant oder Critical Care) oder aber unter Umständen auch im Zoofachhandel (JR-Farm). Zur Not können auch von Vitakraft VITA SPECIAL Best Age, Regular oder Best for kids in Flüssigkeit eingeweicht und als Brei oral verabreicht werden.

Dass der Kot die Tage nach der OP und während des mäkeligen Fressens sehr klein ist, vielleicht auch sehr weich, ist absolut normal.

Wie schnell ein Kaninchenweibchen wieder fit ist, lässt sich schwer standardisieren. Manche sind 48 Std. nach der OP wieder fit, andere schwächeln über mehrere Tage, sind jedoch ansonsten soweit stabil.

Linktipps

Dr. Drescher über Kastration von Kaninchen und Meerschweinchen

Dr. Lazarz zur Scheinträchtigkeit und hormonellen Erkrankungen beim Kaninchen

Dr. Lazarz zur Überlegung Kastration ja oder nein

Fotomaterial:

 Halskrause zum Schutz (Kaninchen benagte die Naht)

 

 

 

 

Kastrabodies:
 

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