Kaninchenkrankheiten A-Z

Listeriose

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bunny-in Tipp

  • Sofort zum Tierarzt!
  • Kotprobe mitnehmen bzw. noch besser auf Blutuntersuchung bestehen!

 


 

Listeriose beim Kaninchen

Listeriose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, welche durch Listerien hervorgerufen wird. Bereits 1923 wurde diese Erkrankung bei Kaninchen auf einer Versuchsfarm in Cambridge diagnostiziert. Der Erreger heißt Listeria monocytogenes. Es handelt sich hierbei um stäbchenförmige Bakterien die beweglich sind und auch bei kälteren Temperaturen wie z.B. in einem Kühlschrank überleben und sich sogar vermehren können. Listeriose-Erreger kann man überall finden: auf Pflanzen, im Wasser, in der Erde.

Die Bakterien befallen meistens das Gehirn der Kaninchen, aber auch Gebärmutter oder das Blut. Die Erreger werden über den Kot ausgeschieden und können so auf Partnertiere oder andere im Haushalt lebende Tiere übertragen werden. Es ist also eine Zoonose! Auch Menschen mit einem geschwächten Immunsystem (primär HIV-Patienten, Schwangere) können sich mit diesem Erreger infizieren, wenn er oral aufgenommen wird.

Symptome der Krankheit können Schiefhaltung des Kopfes, Nahrungsverweigerung, Lichtempfindlichkeit oder aber auch unkontrollierte kreisende Bewegungen sein. Diese Anzeichen ähneln sehr der Enzephalitozoonose und ist für Laien daher kaum zu unterscheiden. Es ist daher sinnvoll zur Vorstellung des Kaninchens beim Tierarzt eine Kotprobe mitzunehmen, um diesen neben der üblichen Diagnostik auf Listeriose testen zu lassen. Sollte ein Bluttest gemacht werden, kann auch über diesen Listeriose nachgewiesen werden – der Tierarzt sollte jedoch zwingend darauf hingewiesen werden, Listeriose testen zu lassen!

Die Erkrankung kann mit Antibiotikum (bei Menschen wird Ampicillin verwendet) gut behandelt werden, sofern sie frühzeitig erkannt und behandelt wird. Im anderen Fall hat es leider einen schnellen Verlauf, der zum sicheren Tod des Kaninchens führt.

Es gibt bislang nur wenig bis kaum Fälle, bei denen Listeriose beim Kaninchen nachgewiesen wurde. Dies könnte unter Umständen daran liegen, dass diese Erkrankung der Enzephalitozoonose so stark ähnelt und man dann primär auf letztere behandelt. Da hier auch ein Antibiotikum verabreicht wird, kann mitunter dann auch eine Besserung/Genesung eintreten.

Listeriose ist meldepflichtig, das heißt der Tierarzt muss die Diagnose an die nach Landesrecht zuständige Behörde melden.

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