Kaninchenkrankheiten A-Z

Tympanie (Blähsucht)

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Tympanie

Der Begriff Tympanie steht für eine Aufblähung des Magens (Magentympanie) oder der Gedärme (Darmtympanie). Eine solche Aufgasung wird meist, auch je nach Umfang, von sehr starken Schmerzen begleitet. Daher ist es wichtig einen (Not-)Tierarzt zeitnah aufzusuchen. Wichtig ist herauszufinden woher die Tympanie kommt. Ein Röntgenbild kann Aufschlüsse geben (Verstopfung?), aber auch ein ausführliches Gespräch über das verabreichte Futter (blähendes, unverträgliches, giftiges?) gibt vielen Tierärzten wertvolle Hinweise.

Darmtympanie:
Insbesondere für Aufgasungen in den Gedärmen gibt es viele Ursachen. Häufig werden diese Blähungen durch Fehlgärungen ausgelöst, die aufgrund von Zahnerkrankungen, Fütterungsfehler, Infektionen des Verdauungsapparats, aber auch durch die (Falsch-)Gabe von Medikamenten (z.B. orale Gabe von Penicillin!) entstehen können.

Magentympanie:
Eine Aufgasung im Magen entsteht meist auch aufgrund Zahnerkrankungen oder Fütterungsfehlern, aber auch durch sogenannte Bezoare (Haarballenbildung). Letztere können im Magen dafür verantwortlich sein, dass der Futterbrei nicht mehr in den Darm gelangt. Er beginnt im Magen zu gären, Blähungen entstehen, der Magen weitet sich und drückt auf andere Organe - Beeinträchtigungen der Atemwege können entstehen. Das Tier hat starke Schmerzen.

In beiden Fällen ist ein sogenanntes Antitympanika, wie z.B. Sab Simplex sehr wichtig. Es löst Bläschen auf. Zudem geben viele Tierärzte bei Tympanie ein Schmerzmittel (Novalgin oder Metacam), MCP, ein Probiotika (i.d.R. bene bac), meist auch eine Infusion. Bei Verstopfung ist es unter Umständen ratsam wenig Paraffinöl zu geben oder Cat-Biodarm-Gel (VET-CONCEPT). Beides soll das Bezoar lösen. Sanfte Bauchmassage ohne Druck (!) von Kopf zum Po können gut tun. Auch Fencheltee beruhigt bei Verdauungsproblemen und das homöopathische Spascupreel (HEEL) ist bei krampfartigen Problemen eine gute Unterstützung.

Viele Tierhalter füttern bei Tympanie das in der Regel nicht selbständig fressende Tier per Zwang. Im Falle einer Verstopfung (Obstipation) ist dies nicht ratsam, denn wo soll der Futterbrei hin, insbesondere wenn im Magen eine Verstopfung vorliegt und darin bereits Futterbrei liegt? Nur selten räumt von oben nachgedrückter Brei ein Hindernis aus dem Weg. Man kann sich das sehr leicht mit einer vollgelaufenen Badewanne vorstellen. Kippt man oben weiter was nach, so wird kaum der "Stöpsel" verschwinden - das Ergebnis ist viel eher ein Überlaufen, sprich eine Überschwemmung. Beim Tier gibt es kein Überlaufen in dem Sinne, vielmehr drückt ein voller Magen auf die umliegenden Organe und kann zu einem Kreislaufversagen führen.

Falls irgendwas gegeben werden soll, dann bitte den Brei (Critical Care oder Rodicare Instant) sehr wässrig mit Fencheltee zubereiten und sehr dünnflüssig (eher wässrig) in geringen Mengen oral geben. 

Fotomaterial: 

Sogenannte Kotketten kommen sehr häufig im Fellwechsel vor. Verschlucktes Fell, das ausgeschieden wird, ist die Ursache für die Bildung solcher Ketten, die im schlimmsten Fall zu einer Verstopfung führen können! 

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