Kaninchenkrankheiten A-Z

Wurmbefall

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bunny-in Tipp

  • Sofort zum Tierarzt, spätestens am nächsten Tag! Kotprobe mitnehmen!


Wurmbefall

a) Spulwürmer
Kaninchen können sich mit Spulwürmern infizieren, die sich im Dickdarm ansiedeln. Betroffen sind häufig Jungtiere oder geschwächte Tiere. Eine Ansteckung kann durch verunreinigtes Frischfutter erfolgen. Die häufigste vorkommende Art heißt Passalurus ambiguus.

Die Wurmeier werden mit dem Kot ausgeschieden, manchmal sind auch die Würmer direkt auf den Kotkugeln als weiße Fäden sichtbar. Ein Wurmbefall kann symptomlos verlaufen und nur durch Zufallsbefund bei einer Kotprobenuntersuchung entdeckt werden. Manche Kaninchen leiden jedoch bei Würmern unter Verdauungsbeschwerden.

Symptome
Es kann zu Durchfall, Blähungen und Futterverweigerung sowie zu analem Juckreiz kommen. Da die Würmer dem Tier Nährstoffe entziehen, kann dies besonders bei Jungtieren zu einer verzögerten Entwicklung führen.

Diagnose
Die Eier und Würmer können durch eine Kotprobenuntersuchung beim Tierarzt oder in einem entsprechenden Labor nachgewiesen werden. Idealerweise sollte der Kot über drei Tage gesammelt werden. Sollte sich das Kaninchen jedoch bereits in einem kritischen Zustand befinden, ist das Tier unverzüglich einem Tierarzt vorzustellen mit dem vorhandenen Kot, auch wenn dieser nicht über mehrere Tage gesammelt werden konnte.

Verdauungsbeschwerden bei Kaninchen sind sehr ernst zu nehmen.

Therapie
Bei nachgewiesenen Würmern oder Wurmeiern sollte in jedem Fall eine Behandlung erfolgen, auch wenn das Tier keine Beschwerden hat, da es schnell zu einem hochgradigen Befall mit Folgen für die Gesundheit des Kaninchens kommen kann. Eine Behandlung erfolgt in der Regel mit Fenbendazol (Präparat: Panacur), Mebendazol oder Febantel. Der Tierarzt legt die Dosis und Behandlungsdauer fest. Eine Wiederholungsbehandlung nach einigen Tagen sowie eine nochmalige Kotprobenuntersuchung sind ratsam. Es ist ebenso eine gründliche Desinfektion des Geheges und der Toilettenschalen sinnvoll. Diese können mit kochendem Wasser ausgespült und so desinfiziert werden. Handtücher, Teppiche etc. sollten als 95 Grad-Kochwäsche behandelt werden. Auch die Einstreu muss während der akuten Erkrankung regelmäßiger gewechselt werden. Wiesengrün sollte möglichst von Flächen gerupft werden, zu denen Wildkaninchen, Hunde und Katzen keinen Zugang haben. Grünfutter und Heu sind so anzubieten, dass es nicht mit dem Kot in Berührung kommen kann, das heißt am besten aus einer Raufe.

b) Magenwürmer
Hin und wieder kommt auch ein Magenwurmbefall vor. Die Würmer sind im Magen und Dünndarm zu finden. Dies kann ebenfalls zu Verdauungsbeschwerden führen. Trichostrongylus retortaeformis ist ein Wurm, der den Dünndarm besiedelt. Es kann zu gravierenden Durchfällen bis hin zu Todesfällen kommen. Bei einem Magenwurmbefall sowie einem Befall mit Trichostrongylus retortaeformis wird ebenfalls mit Fenbendazol, Mebendazol und Febantel behandelt. Wildkaninchen sind auch oft mit Bandwürmern infiziert. Es kommt zu Durchfällen, Jungtiere weisen auch Entwicklungsstörungen auf. Als medikamentöse Behandlung bieten sich Praziquantel oder Fenbendazol an.

 

 

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